Es ist erst wenige Tage her, seit die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus eine ernste Krise um den Fraktionsvorsitzenden Lauer beilegen konnten. Ihm wurde Vetternwirtschaft vorgeworfen, da die Mutter seiner Lebensgefährtin vor zwei Monaten zur Chefin der Pressestelle ernannt worden ist. Ausserdem ist seine Freundin selber Beschäftigte eines Fraktionskollegen. Nun ist es wieder die Pressechefin, die für schlechte Presse für die Freibeuter und ihren Fraktionsvorsitzenden sorgt.
Gegen Chris Linke besteht Verdacht auf Untreue und Korruption. Sie soll, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Bonn, hinter einer Produktionsfirma stecken, an die ein Mitarbeiter der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr Aufträge vergeben haben soll. Für einige dieser Aufträge sei, so die Vorwürfe der Justiz, keinerlei Gegenleistung erbracht worden. Der Ex-Bundeswehr-Offizier war zudem, auf Empfehlung von Chris Linke, bis vor kurzem als PR-Berater für einige Bundestagskandidaten der NRW-Piraten tätig. Die Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Bundeswehrmitarbeiter wurde als unkritisch gesehen, da ja auch der Bundesvorsitzende Schlömer im Verteidigungsminsterium arbeitet.