
Lucy Redler, hauptamtliche Funktionärin der SAV und nach einem Umweg über die politische Bedeutungslosigkeit wieder bei der Partei Die Linke gelandete Genossin, hat sich mit einem knackig kurzen Rundumschlag gegen den Reformismus zu Wort gemeldet. Der von den ostdeutschen Parteispitzen durchaus zu Recht reklamierte und für die Gesamtpartei wertvolle „Erfahrungsvorsprung Ost“ ist für sie nichts weiter als ein „Erfahrungsvorsprung bei der Mitverwaltung der Armut und der sogenannten Sachzwänge in Folge der Restauration des Kapitalismus durch die rot-roten Regierungen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.“ „Nein danke,“ kann sie dazu nur sagen.
Auch schon in den anderen mehr oder weniger hörbaren Wortmeldungen ihrer „neuen Heimat“, der AKL, wird jedwede Mitregierung als Teufelswerk gebrandmarkt, weil man revolutionsgeschwängert immer noch davon halluziniert, dass nur eine wirklich radikale, antikapitalistische Politik mit dem Ziel des totalen gesellschaftlichen Umbruchs heilsbringend sein kann. Zuerst muss man aber, und das ist aus Redlers Textchen zu entnehmen, die Partei aus dem Würgegriff der innerparteilichen Feinde der Revolution befreien. Erst danach kümmert man sich um den korrekten Klassenstandpunkt der Massen, die es – auch ohne dass sie es jetzt schon ahnen oder wünschen – zu befreien gilt.